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9b.de – Das Zukunfslabor

Kurz gesagt: Die reale Kaufkraft der Löhne in Deutschland lag 2025 fast wieder auf dem Niveau von 2019. Von 2020 bis 2023 sind die Reallöhne gesunken, weil die Preise schneller stiegen als die Gehälter. Erst 2024 und 2025 haben die Löhne aufgeholt. Gleichzeitig sind die Verbraucherpreise bis September 2026 um 26,6 Prozent über das Niveau von 2020 geklettert.

Rechne es für dein Geld aus: Was dein Betrag früher wert war und was er in Zukunft noch wert ist, zeigt dir der Kaufkraft-Rechner von 9b.de, mit amtlichen Preisdaten ab 1958.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preise: Der Verbraucherpreisindex stand im September 2026 bei 126,6 Punkten (2020 = 100). Die Preise liegen damit 26,6 Prozent über dem Niveau von 2020.
  • Reallöhne 2020 bis 2023: In diesen vier Jahren sind die Reallöhne gesunken, weil die Inflation die Lohnerhöhungen aufgezehrt hat.
  • Reallöhne 2024: plus 3,1 Prozent, der stärkste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008.
  • Reallöhne 2025: plus 1,9 Prozent. Damit liegt der Reallohnindex fast wieder auf dem Stand von 2019.
  • 2. Quartal 2026: Reallöhne plus 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
  • Gegenwind: Die Inflationsrate ist im September 2026 auf 3,3 Prozent gestiegen, vor allem wegen teurer Energie.
+26,6 %
Verbraucherpreise September 2026 gegenüber 2020
+3,1 %
Reallöhne 2024, stärkster Anstieg seit 2008
+1,9 %
Reallöhne im Jahr 2025
3,3 %
Inflationsrate im September 2026

Was ist die reale Kaufkraft?

Die reale Kaufkraft zeigt, wie viele Waren und Dienstleistungen du dir mit deinem Geld tatsächlich leisten kannst. Entscheidend ist also nicht die Zahl auf dem Konto, sondern was sie im Supermarkt, an der Tankstelle und bei der Miete wert ist. Steigen die Preise schneller als dein Einkommen, sinkt deine reale Kaufkraft, auch wenn du nominal mehr verdienst.

Was ist der Unterschied zwischen realer und nominaler Kaufkraft?

Die nominale Kaufkraft ist der reine Geldbetrag, etwa dein Bruttolohn in Euro. Die reale Kaufkraft rechnet die Preissteigerung heraus. Bekommst du 4 Prozent mehr Lohn und die Preise steigen um 4 Prozent, bist du nominal reicher, real aber genau gleich gut gestellt. Erst was über der Inflation liegt, ist echter Zuwachs.

Wie berechnet man die reale Kaufkraft?

Du teilst den Geldbetrag durch die Preisentwicklung. Liegt der Verbraucherpreisindex heute 26,6 Prozent über dem Basisjahr, teilst du durch 1,266. Aus 1.000 Euro werden so rund 790 Euro in Preisen von 2020. Für Löhne gilt dasselbe: Nominallohnplus und Inflation gegeneinander rechnen, der Rest ist die reale Veränderung.

Das Statistische Bundesamt rechnet genauso. Für den Reallohnindex wird die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste, einschließlich Sonderzahlungen, um die Veränderung der Verbraucherpreise bereinigt. Steigen die Nominallöhne zum Beispiel um 4,1 Prozent und die Preise um 2,5 Prozent, bleibt ein reales Plus von gut 1,5 Prozent.

Wie sich die Kaufkraft des Geldes seit 1958 entwickelt hat

Über lange Zeiträume wird der Kaufkraftverlust erst richtig sichtbar. Das Statistische Bundesamt führt den Verbraucherpreisindex mit verketteten Reihen bis in die 1950er-Jahre zurück. Die Tabelle zeigt, wie viel Geld du im Jahr 2025 brauchst, um dir dasselbe zu kaufen wie mit 100 Euro im jeweiligen Jahr. Grundlage sind die Jahresdurchschnitte des Index auf Basis 2020 = 100.

JahrPreisindex (2020 = 100)100 € von damals entsprechen 2025
195821,9rund 557 €
197028,5rund 428 €
198046,7rund 261 €
199060,4rund 202 €
200075,5rund 161 €
201088,1rund 138 €
2020100,0rund 122 €
2025121,9100 €

Anders herum gelesen: 100 Euro aus dem Jahr 2025 haben nur noch rund 62 Prozent der Kaufkraft, die 100 Euro im Jahr 2000 hatten. Allein seit 2020 sind die Preise im Jahresdurchschnitt um fast 22 Prozent gestiegen. Das ist mehr als in den zehn Jahren von 2010 bis 2020 zusammen, als der Index nur von 88,1 auf 100 kletterte.

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Reallöhne: vier Jahre Minus, dann die Aufholjagd

Für die meisten Menschen zählt nicht die Kaufkraft eines alten Geldscheins, sondern die ihres Gehalts. Genau das misst der Reallohnindex. Und der zeigt für Deutschland eine bewegte Phase: Von 2020 bis 2023 sind die Reallöhne gesunken, zunächst in der Pandemie und ab 2022 in der Inflationswelle, die die Lohnerhöhungen weitgehend aufgezehrt hat.

Die Wende kam 2024. Die Nominallöhne stiegen um 5,4 Prozent, die Verbraucherpreise nur noch um 2,2 Prozent. Unterm Strich blieb ein reales Plus von 3,1 Prozent, laut Statistischem Bundesamt der stärkste Reallohnanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008. 2025 ging es weiter aufwärts: Nominallöhne plus 4,2 Prozent, Preise plus 2,2 Prozent, Reallöhne plus 1,9 Prozent.

Trotz zweier starker Jahre ist der Rückstand noch nicht ganz aufgeholt. Auf der Basis 2025 = 100 lag der Reallohnindex 2019, vor der Pandemie, bei 100,5 Punkten. Die reale Kaufkraft der Löhne war 2025 also noch etwa ein halbes Prozent niedriger als sechs Jahre zuvor.

2026: Die Inflation zieht wieder an

Ins Jahr 2026 sind die Löhne mit Rückenwind gestartet. Im 2. Quartal 2026 lagen die Nominallöhne 4,1 Prozent über dem Vorjahresquartal, die Verbraucherpreise 2,5 Prozent. Das ergibt ein reales Plus von 1,5 Prozent. Besonders stark stiegen die Verdienste von Vollzeitbeschäftigten im untersten Fünftel der Lohnskala, nämlich um 6,7 Prozent, und von Auszubildenden mit 6,0 Prozent.

Seitdem hat sich das Bild eingetrübt. Die Inflationsrate ist im September 2026 auf 3,3 Prozent gestiegen. Treiber ist die Energie, deren Preise 14,9 Prozent über dem Vorjahr lagen. Nahrungsmittel verteuerten sich dagegen nur um 0,4 Prozent, die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel lag bei 2,4 Prozent. Ein Rechenbeispiel zeigt, was das bedeutet: Steigen die Löhne weiter um rund 4 Prozent, bleibt bei 3,3 Prozent Teuerung nur noch ein reales Plus von unter einem Prozent.

Was die tatsächliche Kaufkraft für dich bedeutet

Die Durchschnittswerte sagen wenig darüber, wie es dir persönlich geht. Wer seit 2020 keine Gehaltserhöhung bekommen hat, hat bis September 2026 gut ein Fünftel seiner Kaufkraft verloren. Ein Bruttolohn von 3.000 Euro hätte heute nur noch die Kaufkraft von rund 2.370 Euro in Preisen von 2020. Bei einer Gehaltsverhandlung lohnt es sich deshalb, die Inflation seit der letzten Erhöhung mitzurechnen. Erst was darüber hinausgeht, ist wirklich mehr Geld.

Ähnlich ist es beim Ersparten. Geld, das unverzinst auf dem Girokonto liegt, verliert jedes Jahr in Höhe der Inflationsrate an Wert. Bei 3,3 Prozent Inflation sind aus 10.000 Euro nach einem Jahr real nur noch rund 9.680 Euro geworden. Ein Zins, der unter der Inflation liegt, bremst den Verlust nur, stoppt ihn aber nicht. Wohin sich die Zinsen bis 2030 entwickeln könnten, liest du in der Zinsprognose bis 2030.

Probier es mit deinen Zahlen aus: Im Kaufkraft-Rechner gibst du einen Betrag und ein Jahr ein und siehst sofort, was das Geld damals wert war und was es in Zukunft noch wert sein wird.

Fazit

Die reale Kaufkraft in Deutschland hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Vier Jahre mit sinkenden Reallöhnen haben die Lohnerhöhungen der Beschäftigten aufgefressen, erst 2024 und 2025 kam die Erholung. Ganz zurück auf dem Stand von 2019 waren die Reallöhne 2025 noch nicht. Mit der wieder steigenden Inflation im Herbst 2026 wird das Plus erneut kleiner. Wer seine eigene Kaufkraft im Blick behalten will, sollte Gehalt und Erspartes nicht in Euro messen, sondern in dem, was man sich dafür kaufen kann.

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Häufige Fragen

Wie hat sich die reale Kaufkraft in Deutschland entwickelt?

Von 2020 bis 2023 sind die Reallöhne gesunken, weil die Inflation die Lohnerhöhungen aufgezehrt hat. 2024 stiegen sie um 3,1 Prozent, 2025 um 1,9 Prozent. Damit lag die reale Kaufkraft der Löhne 2025 fast wieder auf dem Niveau von 2019, aber noch rund ein halbes Prozent darunter.

Wie viel Kaufkraft hat der Euro seit 2020 verloren?

Der Verbraucherpreisindex lag im September 2026 bei 126,6 Punkten, gemessen an 2020 = 100. Die Preise sind also um 26,6 Prozent gestiegen. 1.000 Euro haben heute nur noch die Kaufkraft von rund 790 Euro aus dem Jahr 2020.

Was ist der Unterschied zwischen Reallohn und Nominallohn?

Der Nominallohn ist der Lohn in Euro. Der Reallohn berücksichtigt zusätzlich die Preisentwicklung und zeigt, wie viel du dir von deinem Lohn tatsächlich kaufen kannst. Steigt der Nominallohn um 4,1 Prozent und die Preise um 2,5 Prozent, wächst der Reallohn um gut 1,5 Prozent.

Wie berechne ich meine eigene Kaufkraft?

Teile deinen Betrag durch die Preissteigerung seit dem Vergleichsjahr. Bei 26,6 Prozent Inflation seit 2020 teilst du durch 1,266. Schneller geht es mit dem Kaufkraft-Rechner von 9b.de, der mit den amtlichen Preisdaten des Statistischen Bundesamts ab 1958 rechnet.

D. Volbracht, Gründer von 9b.de
Autor

D. Volbracht

Gründer & Chefredakteur 9b.de

D. Volbracht ist Gründer des Zukunftsmagazins 9b.de. Er wertet Daten und Statistiken aus und entwickelt mithilfe einer Vielzahl von KI-Werkzeugen interaktive Rechner und Tools zu Zukunftsthemen wie Finanzen, Energie, KI und persönlicher Entwicklung.

Quellen
  1. Statistisches Bundesamt – Inflationsrate im September 2026 bei 3,3 % (Pressemitteilung Nr. 364 vom 13.10.2026)destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/10/PD26_364_611.html
  2. Statistisches Bundesamt – Reallöhne im 2. Quartal 2026 um 1,5 % höher als im Vorjahresquartal (Nr. 308 vom 27.08.2026)destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_308_62321.html
  3. Statistisches Bundesamt – Reallöhne im Jahr 2025 um 1,9 % gestiegen (Nr. 068 vom 27.02.2026)destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_068_62321.html
  4. Statistisches Bundesamt – Reallöhne im Jahr 2024 um 3,1 % gestiegen (Nr. 072, Februar 2025)destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/02/PD25_072_62321.html
  5. Statistisches Bundesamt – Verbraucherpreisindex, lange Reihen ab 1948destatis.de/…/statistischer-bericht-verbraucherpreisindex-lange-reihen