Kurz gesagt: Rechenzentren verbrauchten 2025 weltweit rund 485 Terawattstunden Strom. Bis 2030 soll sich das laut Internationaler Energieagentur (IEA) auf etwa 950 Terawattstunden fast verdoppeln. Rechenzentren speziell für künstliche Intelligenz wachsen noch schneller: Ihr Stromverbrauch soll sich im selben Zeitraum verdreifachen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Stromverbrauch aller Rechenzentren stieg 2025 um 17 Prozent, der von KI-Rechenzentren um 50 Prozent (IEA, April 2026).
- 2030 sollen Rechenzentren rund 950 Terawattstunden verbrauchen, etwa 3 Prozent des weltweiten Stroms.
- Eine einfache KI-Textanfrage braucht heute weniger Strom als ein Fernseher in derselben Zeit. Videos, KI-Agenten und Denkmodelle brauchen das Hundert- bis Tausendfache.
- Ein einzelner Serverschrank könnte 2027 so viel Leistung ziehen wie 65 Haushalte.
- In Deutschland verbrauchten Rechenzentren 2025 rund 21,3 Milliarden Kilowattstunden, die USA haben 16-mal so viel Rechenzentrums-Leistung.
- Steigende Strompreise sind laut IEA keine zwingende Folge, es kommt auf das Stromsystem an.
Wie viel Strom verbraucht KI weltweit?
Die genaueste aktuelle Zahl liefert die Internationale Energieagentur in ihrem Bericht „Key Questions on Energy and AI“ vom April 2026. Demnach verbrauchten alle Rechenzentren der Welt 2025 rund 485 Terawattstunden Strom. Bis 2030 soll sich der Wert auf rund 950 Terawattstunden fast verdoppeln. Das entspräche dann etwa 3 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Erde. Schon die Vorgängerstudie von 2025 hatte für 2030 einen ähnlichen Wert genannt und ihn mit dem heutigen Stromverbrauch ganz Japans verglichen.
Wichtig für die Einordnung: Nicht jedes Rechenzentrum rechnet für künstliche Intelligenz. Ein großer Teil betreibt Cloud-Speicher, Streaming, Websites und Firmensoftware. Der Teil, der speziell für KI gebaut wurde, wächst aber viel schneller. Sein Stromverbrauch stieg allein 2025 um 50 Prozent und soll sich bis 2030 verdreifachen. Alle Rechenzentren zusammen legten 2025 um 17 Prozent zu, genau so, wie die IEA es ein Jahr zuvor vorhergesagt hatte.
Warum der Verbrauch so schnell steigt
Der Treiber ist Geld. Die größten Technologiekonzerne haben 2025 mehr als 400 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren und Infrastruktur investiert, und für 2026 erwartet die IEA noch einmal ein Plus von 75 Prozent. Die Investitionen von nur fünf Tech-Konzernen sind damit größer als alle weltweiten Investitionen in die Förderung von Öl und Erdgas zusammen.
Diese Milliarden fließen in sogenannte KI-Fabriken, also Rechenzentren, die gezielt für das Trainieren und Betreiben von KI-Modellen gebaut werden. Die IEA verfolgt den Bau per Satellit. Ergebnis: Die Kapazität dieser KI-Fabriken hat sich in den vergangenen 18 Monaten mehr als verdreifacht. Gleichzeitig wächst die Nutzung. Große Modellanbieter meldeten innerhalb eines Jahres dreimal so viele aktive Nutzer und fünfmal so viel Umsatz.
KI Stromverbrauch pro Anfrage: sparsamer als gedacht
Hier gibt es eine überraschend gute Nachricht. Pro einzelner Aufgabe wird künstliche Intelligenz laut IEA so schnell effizienter wie keine Technik zuvor in der Energiegeschichte. Der Strombedarf pro KI-Aufgabe ist in den letzten Jahren jährlich um mindestens den Faktor zehn gesunken. Eine einfache Textanfrage verbraucht heute typischerweise weniger Strom als ein Fernseher, der genauso lange läuft.
Die IEA rechnet ein anschauliches Beispiel vor: Würden alle Internetsuchen der Welt als einfache KI-Textanfragen laufen, kämen weniger als 4 Terawattstunden pro Jahr zusammen. Das ist weniger als 1 Prozent dessen, was Rechenzentren heute verbrauchen.
Der Haken: Die Nutzung verschiebt sich zu deutlich hungrigeren Anwendungen. KI-Videos, Modelle, die vor der Antwort lange „nachdenken“, und KI-Agenten, die selbstständig ganze Aufgaben erledigen, brauchen pro Anfrage das Hundert- bis Tausendfache einer einfachen Textantwort. Wie solche Agenten bald für dich einkaufen könnten, zeigt unser Beitrag zu Agentic Shopping.
Ein Serverschrank wie 65 Haushalte
Wie extrem sich die Technik verändert, zeigt ein einzelner Serverschrank. Er ist etwa so groß wie ein großer Kühlschrank, könnte 2027 aber Spitzenleistung wie 65 Haushalte ziehen. Zwischen 2020 und 2025 ist die Leistungsdichte von KI-Servern um das Elffache gestiegen, bis 2027 soll sie sich noch einmal vervierfachen.
Daraus folgen Probleme, die normale Rechenzentren nicht kannten. Pro Schrank muss so viel Wärme abgeführt werden, wie 30 Gasheizungen erzeugen. Ein solcher Schrank kann schwerer sein als ein Pick-up. Und beim Training schwankt die Last innerhalb einer Sekunde um mehr als die Hälfte der Nennleistung. Deshalb werden Batteriespeicher in Rechenzentren immer wichtiger. Bis 2030 könnten dort weltweit rund 20 bis 25 Gigawatt Speicher stehen.
Woher soll der Strom kommen?
Die größte Bremse ist nicht der Wille, sondern die Physik. Laut IEA passt das Tempo der KI immer weniger zum Tempo von Stromnetzen, Genehmigungen und Fabriken. Netzanschlüsse dauern lange, die Bestellungen für Gasturbinen stiegen 2025 um 70 Prozent, und bei speziellen Speicherchips für KI zeichnet sich ein Mangel mindestens bis Ende 2027 ab.
In den USA weichen viele Betreiber deshalb auf eigene Gaskraftwerke direkt am Rechenzentrum aus. Bis 2030 könnten so 15 bis 27 Gigawatt Gasleistung Rechenzentren versorgen. Effizient ist das nicht: Damit der Strom zuverlässig fließt, müssen diese Anlagen um 30 bis 70 Prozent größer gebaut werden als der eigentliche Bedarf. Die meisten Betreiber bevorzugen weiterhin einen Anschluss ans normale Netz.
Gerade diese Engpässe machen die Prognose bis 2030 eher vorsichtig. Extreme Szenarien hält die IEA kurzfristig für unwahrscheinlicher, nach 2030 sieht sie aber Spielraum nach oben, wenn Netze, Turbinen und Chipfabriken nachziehen.
KI Stromverbrauch in Deutschland
In Deutschland verbrauchten Rechenzentren 2025 laut Bitkom und Borderstep Institut rund 21,3 Milliarden Kilowattstunden, also gut 21 Terawattstunden. Die installierte Leistung wuchs um 9 Prozent auf 2.980 Megawatt. Rechenzentren speziell für KI machen davon bisher nur rund 15 Prozent aus.
Der Abstand zu den USA ist gewaltig. Dort hatten Rechenzentren schon 2024 eine Leistung von 48 Gigawatt, 16-mal so viel wie Deutschland im Jahr 2025. Für die Zukunft rechnet Bitkom mit mehreren Szenarien: Läuft die Entwicklung linear weiter, steigt der deutsche Bedarf bis 2030 auf etwa 31 Milliarden Kilowattstunden. Bei extremem Wachstum wären es bis zu 37 Milliarden.
| Region | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Welt 2025 | 485 TWh | IEA (April 2026) |
| Welt 2030 | 950 TWh | IEA (April 2026) |
| Deutschland 2025 | 21,3 TWh | Bitkom / Borderstep (Nov. 2025) |
| Deutschland 2030 | 31 bis 37 TWh | Bitkom / Borderstep (2024) |
| USA Leistung 2024 | 48 GW | Bitkom / Borderstep |
| Deutschland Leistung 2025 | 2,98 GW | Bitkom / Borderstep |
Werden Strompreise durch KI teurer?
Rechenzentren sind laut IEA zum Symbol der Sorge um Strompreise und Umwelt geworden. Ob sie Strom tatsächlich teurer machen, hängt aber vom jeweiligen Stromsystem ab. Wo Strom knapp ist, können neue Rechenzentren teure Investitionen in Kraftwerke und Netze auslösen. Wo Überkapazitäten bestehen, kann eine große, gleichmäßige Nachfrage Kraftwerke und Netze besser auslasten und die Kosten pro Kilowattstunde sogar senken. Die IEA vergleicht das mit Fluglinien, die auf gut gebuchten Strecken günstigere Tickets anbieten können.
Ein echtes Risiko sieht die Agentur in Fehlplanung. Rechenzentren entstehen schnell, Netze und Kraftwerke langsam, und viele Betreiber reservieren zu Beginn mehr Anschlussleistung, als sie später nutzen. Wie sich die Preise für Haushalte in Deutschland entwickeln könnten, zeigt unsere Strompreise Prognose 2030.
Ausblick bis 2035
Über 2030 hinaus werden die Prognosen unsicherer. In ihrer Studie von 2025 rechnete die IEA im Basisszenario mit rund 1.200 Terawattstunden im Jahr 2035, je nach Szenario mit einer Spanne von 700 bis 1.700 Terawattstunden. Die Treibhausgas-Emissionen von Rechenzentren sollen sich bis 2035 auf rund 350 Millionen Tonnen verdoppeln, machen dann aber nur etwa 2 Prozent der Emissionen des Stromsektors aus.
Auf der anderen Seite der Rechnung steht, was künstliche Intelligenz einsparen kann. Gut belegte Anwendungen, etwa in Industrie, Gebäuden und Stromnetzen, könnten bis 2035 rund 13 Exajoule Energie sparen. Das entspricht 3 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs, vorausgesetzt, die Hürden für einen breiteren Einsatz fallen. Laut IEA fehlt es in der Energiebranche dafür vor allem an digitalen Fachkräften.
Fazit
Der KI Stromverbrauch weltweit wächst schnell, aber nicht unkontrolliert. Rechenzentren verdoppeln ihren Bedarf bis 2030 auf rund 950 Terawattstunden, der KI-Anteil verdreifacht sich. Mit etwa 3 Prozent des globalen Stroms bleiben sie trotzdem ein vergleichsweise kleiner Teil des weltweiten Stromverbrauchs. Die spannendere Frage ist eine andere: Wer schafft es, schnell genug Netze, Kraftwerke und Speicher zu bauen? Die USA investieren in einem Tempo, bei dem Deutschland derzeit nicht mithält. Die Effizienz pro Anfrage steigt rasant, doch der Hunger nach Videos, Agenten und Denkmodellen frisst diesen Fortschritt bislang wieder auf.
Weitere Datenvergleiche findest du in der Übersicht Statistik, zum Beispiel Patente China vs. Deutschland. Passende Zukunftsthemen sind die Humanoide Roboter Prognose und Branchen mit Zukunft, alle Rechner unter Tools.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht KI weltweit?
Alle Rechenzentren der Welt verbrauchten 2025 laut Internationaler Energieagentur rund 485 Terawattstunden Strom. Bis 2030 soll sich der Wert auf etwa 950 Terawattstunden verdoppeln, das wären rund 3 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Der Verbrauch von Rechenzentren speziell für KI soll sich im selben Zeitraum verdreifachen.
Wie viel Strom verbraucht eine KI-Anfrage?
Eine einfache Textanfrage verbraucht laut IEA inzwischen typischerweise weniger Strom als ein Fernseher in derselben Zeit. Würden alle Internetsuchen der Welt als KI-Textanfragen laufen, kämen weniger als 4 Terawattstunden pro Jahr zusammen. Videoerzeugung, KI-Agenten und Modelle mit langem Nachdenken brauchen dagegen das Hundert- bis Tausendfache.
Wie hoch ist der Stromverbrauch der Rechenzentren in Deutschland?
Rechenzentren in Deutschland verbrauchten 2025 laut Bitkom und Borderstep Institut rund 21,3 Milliarden Kilowattstunden. Bei linearer Entwicklung steigt der Bedarf bis 2030 auf etwa 31 Milliarden Kilowattstunden, bei extremem Wachstum auf bis zu 37 Milliarden.
Treibt KI die Strompreise nach oben?
Nicht zwangsläufig. Laut IEA hängt das vom Stromsystem ab: Wo Strom knapp ist, können neue Rechenzentren teure Investitionen auslösen. Wo es Überkapazitäten gibt, kann eine gleichmäßige Grundlast Kraftwerke und Netze besser auslasten und Preise sogar senken.
D. Volbracht
Gründer & Chefredakteur 9b.deD. Volbracht ist Gründer des Zukunftsmagazins 9b.de. Er wertet Daten und Statistiken aus und entwickelt mithilfe einer Vielzahl von KI-Werkzeugen interaktive Rechner und Tools zu Zukunftsthemen wie Finanzen, Energie, KI und persönlicher Entwicklung.
- IEA – Key Questions on Energy and AI (April 2026)iea.org/reports/key-questions-on-energy-and-ai/executive-summary
- IEA – Energy and AI (April 2025)iea.org/reports/energy-and-ai/executive-summary
- Bitkom – Rechenzentren in Deutschland: KI treibt Wachstum (Update 2025)bitkom.org/Presse/Presseinformation/Rechenzentren-Deutschland-KI-treibt-Wachstum
- Bitkom – Rechenzentren: Deutschland verliert Anschluss (2024)bitkom.org/Presse/Presseinformation/Rechenzentren-Deutschland-verliert-Anschluss
Titelbild: BalticServers.com, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons